19. Mai 2022 / 23:23 Uhr

Magath nach Hinspiel-Pleite mit Hertha BSC: "Wir sind aufgetreten wie ein Bundesligist, aber der HSV auch"

Magath nach Hinspiel-Pleite mit Hertha BSC: "Wir sind aufgetreten wie ein Bundesligist, aber der HSV auch"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trotz Hinspiel-Pleite optimistisch: Hertha-Trainer Felix Magath 
Trotz Hinspiel-Pleite optimistisch: Hertha-Trainer Felix Magath  © IMAGO/Matthias Koch
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Trainer Felix Magath gab sich nach der Hinspiel-Niederlage von Hertha BSC in der Relegation gegen den HSV kämpferisch. Man fahre "nicht chancenlos" zum Rückspiel nach Hamburg: "Es ist nach wie vor offen. "

Die siegreichen HSV-Spieler bildeten geschlossen einen Kreis und ließen sich dann von ihrem großen Anhang feiern, die Berliner Profis standen dagegen verstreut und ratlos vor ihrer Bank. - Vorteil HSV! Felix Magath und die Hertha müssen mächtig zittern. Mit einem couragierten Auftritt hat der Hamburger SV den nächsten Schritt zur Bundesliga-Rückkehr gemacht und Hertha BSC noch näher an den sportlichen Abgrund geschossen.

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Ludovit Reis (57. Minute) sorgte am Donnerstagabend mit einer eigentlich missglückten Flanke für den 1:0 (0:0)-Sieg der Hanseaten in einem hitzigen Relegationsspiel. Mit einem Remis im Heimspiel kann der HSV am Montag vier Jahre Zweitliga-Tristesse hinter sich lassen.

Den erneut zu harmlosen und im Abschluss nicht effektiven Berlinern droht ohne deutliche Leistungssteigerung im Volksparkstadion der siebte Gang in die Zweite Liga und ihrem als Rettungsexperten noch glücklosen Trainer Magath ausgerechnet gegen seinen Herzensklub eine bittere Abstiegspremiere aus der Bundesliga.

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"Ich weiß nicht, ob es der Rucksack war. (...) Wir sind aufgetreten wie ein Bundesligist, aber der HSV auch", sagte Magath beim TV-Sender Sky und sagte mit Blick auf die Ausgangslage für das Rückspiel am Montag: "Es ist etwas schlechter geworden durch dieses 0:1. Es ist nach wie vor offen. Der HSV hat die besseren Karten, aber wir fahren nicht chancenlos nach Hamburg." Bei Sat.1 ergänzte er analytisch: "Wir haben in der ersten Halbzeit viel weniger Zweikämpfe gewonnen als der HSV. Und das bei einem Heimspiel. Das hätte so eigentlich nicht sein sollen."

HSV-Trainer Walter: "Die Euphorie nehmen wir mit"

Glücklich waren dagegen die Hamburger. "Es war eine Superleistung von der Truppe. Wir haben wenig zugelassen und die Chance genutzt", sagte HSV-Sportchef Jonas Boldt und schätzt die Situation "komfortabel" ein. Und Trainer Tim Walter ergänzte bei Sat.1: "Wir genießen das Ganze, weil wir es uns verdient haben. Die Euphorie nehmen wir mit. Wir wollen unbedingt. Das ist die jüngste Mannschaft der 2. Liga. Hier so zu bestehen, ist aller Ehren wert."

Die Atmosphäre im Berliner Olympiastadion war erstligareif. 75 500 Zuschauer - darunter knapp 20 000 HSV-Fans - sorgten für eine prickelnde Stimmung. Auf dem Platz gab es keinen Klassenunterschied. Die Hamburger zeigten ihr nach fünf Zweitliga-Siegen in Serie großes Selbstbewusstsein. Das viel diskutierte Momentum wirkte. Die Hertha bekam nach den drei vergebenen Klassenerhalts-Matchbällen und dem Absturz auf Bundesliga-Platz 16 den nächsten Nackenschlag. Wie beim 1:2 gegen Fortuna Düsseldorf vor zehn Jahren gab es eine Heimniederlage im Nervenspiel der Relegation. Damals gab es keine Rettung mehr.

"Wir müssen es auch positiv sehen, dass es nur 1:0 steht. Es ist noch alles drin. Das wissen wir. Natürlich war es zu dünn. Wir wollten vorlegen, das hat nicht geklappt. Zählen tut nur Montag, da hauen wir alles rein", sagte Berlins Niklas Stark.