07. August 2022 / 06:26 Uhr

Hradecky gesteht nach Platzverweis: "Hätte bei der Schiri-Schulung besser aufpassen sollen"

Hradecky gesteht nach Platzverweis: "Hätte bei der Schiri-Schulung besser aufpassen sollen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Leverkusen-Keeper Lukas Hradecky flog in Dortmund kurz vor Abpfiff vom Platz.
Leverkusen-Keeper Lukas Hradecky flog in Dortmund kurz vor Abpfiff vom Platz. © IMAGO/osnapix
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In den Schlussminuten der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen musste der VAR eingreifen. Werkself-Keeper Lukas Hradecky spielte den Ball außerhalb seines Strafraums unerlaubterweise mit der Hand – und sah dafür die Rote Karte. Der Torwart wähnte sich zunächst im Recht.

Im Fußball entscheiden Zentimeter manchmal über Sieg oder Niederlage – oder im Fall von Leverkusen-Keeper Lukas Hradecky über einen Platzverweis. Bei der 0:1-Niederlage seiner Werkself bei Borussia Dortmund flog der finnische Nationaltorhüter kurz vor Spielende (90.+2) wegen eines Handspiels wenige Zentimeter außerhalb seines Strafraums mit Rot vom Platz. Der 32-Jährige kannte eine wichtige Regel nicht, wie er später bei Sky zugab. "Vielleicht hätte ich bei der Schiri-Schulung besser aufpassen sollen", ärgerte sich der Schlussmann.

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Was war passiert? In der Nachspielzeit flog ein langer Ball in die Nähe des allein auf das Bayer-Tor zustürmenden BVB-Kapitäns Marco Reus. Hradecky lief aus seinem Tor heraus, um dem DFB-Star die Kugel am Strafraumrand förmlich vor der Nase wegzuschnappen. Auffällig versuchte der Finne bei seiner Rettungsaktion mit seinen Füßen im eigenen Strafraum zu bleiben – als er den Ball jedoch mit den Händen berührte, hatte dieser noch nicht die Linie des Sechszehnmeterraums überschritten. Darauf machten die Video-Assistenten Mike Pickel und Pascal Müller den Hauptschiedsrichter Felix Brych auch aufmerksam.

Laut DFB-Statuten lag ein Handspiel des Torwarts, der einen Ball außerhalb des Strafraums unabhängig von seinem Standort mit seinen Händen nicht berühren darf, vor. Weil Reus alleine aufs Tor zulief, bedeutete die Hradecky-Aktion zudem die Verhinderung einer klaren Torchance. Brych lag mit seiner Roten Karte für den Leverkusener damit richtig, auch wenn sich Hradecky zunächst im Recht sah: "Aus meiner Sicht stand ich im Strafraum und habe den Ball im Strafraum gefangen. Wir reden über Zentimeter, wenn nicht Millimeter. Ich weiß nicht, ob es Verhinderung einer Torchance ist, sonst hätte ich anders agiert", sagte der Bayer-Kapitän, Er zeigte sich aber nach anfänglichem Frust einsichtig – auch in der Diskussion mit Brych: "Er hat es trocken erklärt. Es ist seine Profession, er kennt sich aus, und ich habe es akzeptiert."

Wegen der Roten Karte wird Hradecky nun mindestens ein Spiel gesperrt sein. Das DFB-Sportgericht entscheidet bei direkten Platzverweisen je nach Fall über die Länge der Rot-Sperre. Trainer Gerardo Seoane nahm seinen Keeper in Schutz; "Das war keine Situation, die ein Torhüter schon zwanzig Mal erlebt hat und sehr unglücklich", meinte der Schweizer. "Der Schiedsrichter hat aber zu recht so entschieden."

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