19. Mai 2022 / 22:25 Uhr

Reis-Bogenlampe lässt Magath verzweifeln: Bundesliga-Rückkehr für HSV nach Sieg bei Hertha BSC greifbar

Reis-Bogenlampe lässt Magath verzweifeln: Bundesliga-Rückkehr für HSV nach Sieg bei Hertha BSC greifbar

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ludovit Reis (r.) wird nach seinem Tor zum 1:0 von seinen Kollegen gefeiert - Hertha-Trainer Felix Magath war nicht erfreut.
Ludovit Reis (r.) wird nach seinem Tor zum 1:0 von seinen Kollegen gefeiert - Hertha-Trainer Felix Magath war nicht erfreut. © IMAGO/Lobeca/Matthias Koch (Montage)
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Der Hamburger SV geht mit einem 1:0-Vorpsrung in das entscheidende Rückspiel der Bundesliga-Relegation gegen Hertha BSC. Der Zweitligist gewann das Hinspiel am Donnerstagabend im Berliner Olympiastadion dank eines kuriosen Treffers von Ludovit Reis. 

Die Bundesliga-Rückkehr ist für den Hamburger SV zum Greifen nahe. Im Hinspiel der Relegation gewann der Zweitligist auswärts bei Hertha BSC mit 1:0 (0:0) und erspielte sich somit eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel am Montag im Volksparkstadion. Das Siegtor für den HSV erzielte Ludovit Reis - vermeintlich ungewollt - mit einer verrutschten Flanke in der 57. Minute.

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Hertha musste kurzfristig ohne Torwart Marcel Lotka auskommen. Der Torwart der Berliner war wegen seines Nasenbeinbruchs und einer leichten Gehirnerschütterung nicht einsatzbereit. Trainer Felix Magath musste auf den Dänen Oliver Christensen vertrauen, der bis dato noch kein Pflichtspiel für die Hertha bestritten hatte. Antreiber Kevin-Prince Boateng fehlte ebenfalls in der Startelf, dafür kommt der Juniorenspieler Luca Wollschläger überraschend in der Anfangsformation zum Einsatz. Niklas Stark ersetzte in seinem letzten Heimspiel für die Hertha den gelbgesperrten Santiago Ascacibar im defensiven Mittelfeld.

Der HSV ging derweil mit fast der gleichen Startformation wie beim 3:2-Sieg gegen Hansa Rostock, mit dem am Sonntag Platz drei in der 2. Liga und die Relegationsteilnahme gesichert worden war, in die Partie vor gut 75 000 Zuschauern im Olympiastadion. Lediglich Josha Vagnoman wurde von Trainer Tim Walter durch Maximilian Rohr ersetzt.

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Der erste Durchgang war erwartet umkämpft. Beiden Mannschaften war anzumerken, was auf dem Spiel stand. Nachdem der Bundesligist zu Beginn spielbestimmend war, wurde der HSV im Laufe des Spiels mutiger und gefährlicher. Nach rund einer halben Stunde (32.) war erstmals der Kölner Keller gefragt: Nach einem Handspiel von Peter Pekarik im Strafraumraum lag ein Strafstoß für die Hamburger in der Luft. Doch Schiedsrichter Harm Osmers hatte mit Hilfe seiner Video-Assistenen in der Entstehung der Szene ein weiteres Handspiel von Maximilian Rohr kurz zuvor ausgemacht. Entscheidung: Kein Elfmeter, Ball für Hertha.

Kurz vor der Pause musste der VAR erneut zu Rate gezogen werden. Ishak Belfodil hatte die Gastgeber vermeintlich in Führung geköpft (44.), doch Osmers entschied auf Abseits. Die Video-Bilder bestätigten die Entscheidung des Unparteiischen.

In den zweiten Durchgang startete dann eigentlich Hertha besser, ließ jedoch aussichtsreiche Chancen auf die Führung ungenutzt. Nach knapp einer Stunde (58.) hatte auf der anderen Seiten dann Reis Glück oder eine sensationelle Idee. Auf dem linken Flügel in Szene gesetzt schlug der Mittelfeldspieler den Ball nach innen. Was vermutlich eine Flanke werden sollte, wurde unverhofft zu einer gefährlichen Bogenlampe, die sich über Hertha-Keeper Christensen zur HSV-Führung ins lange Eck senkte.

Hertha braucht nun im Rückspiel am Montag in Hamburg mindestens ebenfalls einen Sieg mit einem Tor Vorsprung um zumindest die Verlängerung zu erreichen. Dem HSV reicht derweil auch ein Unentschieden vor heimischem Publikum für die seit vier Jahren ersehnte Rückkehr in die Bundesliga.