14. November 2021 / 11:44 Uhr

TSV Hagenburg geht auf Nummer sicher und setzt im Spitzenspiel auf die 3-G-Regel

TSV Hagenburg geht auf Nummer sicher und setzt im Spitzenspiel auf die 3-G-Regel

Uwe Kläfker
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
x-Jubel
Beim Duell TSV Hagenburg gegen den VfL Bückeburg II darf nur mitspielen – und jubeln – wer die 3-G-Regel erfüllt. © Uwe Kläfker
Anzeige

Entsprechende Nachweise werden vor dem Bezirksliga-Duell gegen den VfL Bückeburg II kontrolliert – auch bei Spielern. Rechtliche Grauzone?

LANDKREIS. Die Inzidenzwerte steigen, das Coronavirus wird auch beim Fußball unter freiem Himmel erneut ein großes Thema. In den vergangenen Monaten wurde der Umgang mit der Pandemie auf vielen Plätzen eher lascher gehandhabt. Nun müssen die Vereine nach den verschärften Regularien die Zügel wieder anziehen, Nachweise und Ausweise kontrollieren – wenn es um das Betreten geschlossener Räume geht.

Anzeige

Bei Frank Fahlbusch, dem Spielausschussvorsitzenden des Fußballkreises, gab es diesbezüglich bereits Nachfragen, wie die 3G-Regel zu handhaben sei, denn wer nicht geimpft, genesen oder getestet ist, darf sich in den Umkleidekabinen nicht umziehen und auch nicht duschen. „Am einfachsten wäre es ja, die Dokumente vor dem Zutritt des Sporthauses zu kontrollieren“, rät Fahlbusch. Wer dann den Nachweis nicht führen könne, müsse sich halt draußen umziehen.

Wir werden am Sonntag niemanden auf den Platz lassen, der nicht vollständig geimpft, genesen oder getestet ist.

Dietmar Thake, Spartenleiter des TSV Hagenburg, geht vor dem entscheidenden Spiel um das Erreichen der Aufstiegsrunde zur Landesliga gegen den VfL Bückeburg II einen Schritt weiter: „Wir werden am Sonntag niemanden auf den Platz lassen, der nicht vollständig geimpft, genesen oder getestet ist. Das gilt auch für Spieler.“


Wer keinen Nachweis führen könne, „kommt nicht auf den Platz und kann auch nicht mitspielen“, stellt Thake klar, der um Verständnis bittet: „Es soll bitte niemand böse sein, aber wir mussten eine Entscheidung treffen und haben diese klare Linie gewählt. Zudem müssen wir dann vor Betreten der Toiletten oder der Gaststätte nicht zusätzliche ehrenamtliche Helfer abstellen.“ Der Hagenburger verweist dabei aufs Hausrecht des TSV, hat auch Rücksprache mit dem Fußballbezirk Hannover gehalten.

Der VfL Bückeburg wurde von Thake informiert, Trainer Steffen Potthast ist aber entspannt: „Der TSV Hagenburg hält sich nur an die Vorschriften, hat Heimrecht und muss für die Einhaltung der Regeln geradestehen. Ich finde das legitim.“ „Ich habe das Glück, dass ein großer Teil des Teams bereits geimpft ist“, so der Coach. Die beiden Ausnahmen müssen sich rechtzeitig testen lassen. „Die Situation ist lange genug bekannt“, sagt Potthast.

Auch der TSV Hagenburg wird im Derby um den vorgezogenen Klassenerhalt auf keinen Spieler verzichten müssen. Zumindest nicht wegen 3G. „Bei uns sind alle Spieler geimpft“, sagt Thake. Wegen der Kontrollen ist es sicher sinnvoll, etwas früher anzureisen – und die Nachweise samt Personalausweis nicht zu vergessen.

Rechtliche Grauzone

Der Schaumburger Sportgerichtsvorsitzende Volker Müller hat sich im Fußballkreis den Corona-Verordnungen angenommen. „Der NFV lässt uns mal wieder hängen“, klagt Müller. „Informationen gab es für die Vereine erst auf Nachfrage.“ Unstrittig sei, dass, wer 3G nicht erfülle, „Kabinen oder Duschen nicht mehr benutzen darf. Das ist auch zu kontrollieren“, sagt Müller.

Freiluft sei da aber noch außen vor, so der Obernkirchener. Heißt: Kontrollen der 3G-Nachweise sind bei Zuschauern und Spielern bei Betreten des Sportplatzes nicht ausdrücklich gefordert, durch Hausrecht aber wohl möglich. Führe die Maßnahme dazu, dass Spieler – oder sogar Schiedsrichter – gar nicht erst auf den Sportplatz gelassen würden, „beginnt eine Grauzone“, so Müller. Vom Verband habe er diesbezüglich keine klare Antwort bekommen. „Ich sehe da schon die ersten Verfahren auf uns zukommen“, sagt Müller – diesmal als Sportrichter.