23. September 2021 / 14:57 Uhr

Van Bommels No-Panik-Orchester: Wolfsburg will in Hoffenheim zum nächsten Auswärtsdreier rotieren

Van Bommels No-Panik-Orchester: Wolfsburg will in Hoffenheim zum nächsten Auswärtsdreier rotieren

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wieder fit: Luca Waldschmidt (l.) ist dabei, wenn der VfL mit Trainer Mark van Bommel bei 1899 Hoffenheim antritt.
Wieder fit: Luca Waldschmidt (l.) ist dabei, wenn der VfL mit Trainer Mark van Bommel bei 1899 Hoffenheim antritt. © Boris Baschin
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13 Punkte, Tabellenplatz zwei - der Saisonstart ist dem VfL Wolfsburg mehr als geglückt. Am Samstag geht es mit dem Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim weiter, die Partie ist der Auftakt der nächsten englischen Woche. Trainer Mark van Bommel setzt voraussichtlich wieder auf eine Startelf-Rotation und lobt die Ruhe seiner Mannschaft.

Vier Siege, ein Unentschieden - mit einer starken Startbilanz im Rücken tritt der VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr) zum Fußball-Bundesliga-Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim ein. Trainer Mark van Bommel setzte zuletzt auf Rotation, ohne sich dabei im Vorfeld die Aufstellungs-Karten schauen zu lassen. So hält er es auch diesmal: "Ob wir rotieren", so der Niederländer, "ist immer eine Frage von: Was passiert? Was brauchen wir im Spiel?" Lukas Nmecha, Ridle Baku, Jerome Roussillon, Jay Brooks oder Maximilian Philipp - gegen Frankfurt allesamt nicht in der ersten Elf - sind vier Tage vor dem Champions-League-Heimspiel gegen den FC Sevilla Kandidaten für eine Startelf-Rückkehr.

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Bei der letzten englischen Woche hatte der Coach vor allem immer wieder auf einzelne Änderungen in der Startelf gesetzt, stellte beispielsweise Dodi Lukebakio oder Sebastiaan Bornauw in die Anfangsformationen. Was dabei herauskam, so van Bommel, sei in Ordnung gewesen: "Wir haben in Fürth gewonnen, in Lille schlecht gespielt aber einen Punkt mitgenommen und gegen Frankfurt eigentlich sehr gut gespielt", zählt er auf. 2:0, 0:0, 1:1 - das waren aus Wolfsburger Sicht die Ergebnisse, die Spielverläufe waren höchst unterschiedlich, hatten aber aus van Bommels Sicht eine große Gemeinsamkeit: "Ich hatte nie das Gefühl, dass die Mannschaft in Panik gerät. Das war das große Plus der englischen Woche. In allen drei Spielen haben wir eine gewisse Ruhe ausgestrahlt, das ist für einen Trainer schön zu sehen." Beleg dafür: Der VfL holte in der Bundesliga in dieser Saison vier Punkte nach Rückstand – so viele wie kein anderer.

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Am Samstag hat van Bommel bei der Besetzung seines No-Panik-Orchesters wieder reichlich Auswahl: Luca Waldschmidt, der das Training am Dienstag wegen Hüftproblemen verpasst hatte, ist wieder fit, weiterhin fehlen nur die Langzeitverletzten Paulo Otavio, Bartosz Bialek, William und Xaver Schlager.

Bei aller Rotation sind "immer auch einige dabei, die öfter spielen", so van Bommel - im Grunde sind es sogar einige, die immer spielen. Maximilian Arnold gehört dazu. Der Mittelfeldmann absolviert am Samstag seine 257. Bundesliga-Partie für Wolfsburg, wird dabei Rekord-Feldspieler des VfL. "Es ist schön, so etwas zu erreichen", sagt van Bommel - und lobt: "Maxi ist ein Spieler, der sehr schlau ist und genau weiß, was die Mannschaft braucht. Er hat ein gutes Passspiel, ist technisch sehr fähig." Schmunzelnd fügt der Coach hinzu; "Das war jetzt sehr viel Lob - aber es stimmte eben so."

Hinzu kommt: Von allen Profis im VfL-Kader ist Arnold mit seiner robust-körperlichen Spielweise derjenige, der am meisten dem Spieler van Bommel ähnelt. "Das gehört auch dazu, um ein Spiel zu gewinnen", so der Ex-Bayern-Abräumer. "Es braucht manchmal mehr als technische Qualitäten - und Maxi weiß ganz genau, was man braucht."

Kurios: Der VfL könnte zum zweiten Mal in seiner Bundesliga-Geschichte die ersten drei Auswärtsspiele einer Saison gewinnen, das gelang zuletzt 2004 - und auch vor 17 Jahren war der Saisonstart zunächst von einem Pokal-Aus am grünen Tisch überschattet, damals hatten die Wolfsburger in der Erstrunden-Partie beim 1. FC Köln II den eigentlich rotgesperrten Marian Hristov eingesetzt; in diesem Jahr war der VfL wegen eines Wechselfehlers in Münster rausgeflogen.


Fünf Spiele, fünf Punkte – der Start von VfL-Gegner 1899 Hoffenheim war mau. 1899-Trainer Sebastian Hoeneß wünscht sich gegen den noch ungeschlagenen Tabellenzweiten die Trendwende. „Wir haben den einen oder anderen Punkt zu wenig und stehen in der zweiten Tabellenhälfte. Dort wollen wir nicht stehen“, sagte Hoeneß am Donnerstag. Die TSG hat seit dem überzeugenden 4:0 zum Saisonauftakt beim FC Augsburg vier Spiele nacheinander nicht mehr gewonnen. Ein Erfolg im Duell mit dem Champions-League-Teilnehmer, zu dem die Hoffenheimer rund 8000 Fans erwarten, wäre daher eminent wichtig. Hoeneß: „Ich hoffe, dass wir als Mannschaft in unserem Entwicklungsprozess wieder einen Schritt weiter sind."

Verzichten muss der Sohn von Ex-VfL-Manager Dieter Hoeneß weiterhin auf die langzeitverletzten Ermin Bicakcic, Benjamin Hübner und Havard Nordtveit. Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Sebastian Rudy (Rücken) sowie der erkrankten Munas Dabbur und Angelo Stiller.

Dass die Hoffenheimer Bilanz eher mau ist, ist für van Bommel kein Hinweis auf das Spiel am Samstag. "Das ist wie vor dem Frankfurt-Spiel", sagt er. "Da habe ich gesagt, dass es ein Gegner ist, der zu wenig Punkte hat." Die Tabellenplätze zwei (Wolfsburg) und zehn (Hoffenheim) sagen darum wenig aus: "Das Niveau in der Bundesliga ist sehr, sehr hoch. In zwei Wochen kannst du einige Plätze klettern, es kann aber auch einige Plätze runtergehen. Das ist das Schöne an der Liga, dass sie so ausgeglichen ist."